Warum ein Schwedenfest in Rathenow?


1675: Die Schweden waren im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg bereits in weite Teile des Kurfürstentums Brandenburg eingefallen, als sie Rathenow besetzten, um von hier aus die Havelübergänge zu sichern und in Richtung Magdeburg die Elbe zu überqueren.

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm, er kämpfte gerade gegen die Franzosen, eilte daraufhin in die Mark Brandenburg, um Rathenow von den Schweden zu befreien.


Die Brandenburger starteten am 15. Juni jul. / 25. Juni 1675 greg. einen Überraschungsangriff. Einige der kurfürstlichen Truppen drangen durch das westliche Stadttor - dem Haveltor - in die Stadt ein, andere rückten über den Mühlendamm zum Mühlentor vor und wieder andere gelangten mit Kähnen von der Havel aus über die Südseite in die Stadt.

Bei diesem Angriff erlitten die Schweden schwere Verluste und wurden erfolgreich aus Rathenow vertrieben.



Die planlose Flucht der Schweden endete nach 3 Tagen in Fehrbellin, wo sie ihre entgültige Niederlage erlitten.

An der Schlacht waren etwa 700 Schweden und 1000 Brandenburger beteiligt.

Von da an wurde Friedrich Wilhelm "Großer Kurfürst" genannt.


Nach der Vertreibung der Schweden ließ der Landesherr Soldaten in Rathenow zurück. Und auf deren damaligem Paradeplatz - dem heutigen Schleusenplatz - wurde in den Jahren 1736 bis 1738 zur Erinnerung an die erfolgreiche Schlacht das bedeutendste barocke Sandsteindenkmal Norddeutschlands das Kurfürstendenkmal geschaffen .

 
Gestiftet vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., seinem Enkel, wurde es vom Bildhauer Johann Georg Glume nach einem Modell von Bartholomé Damart  erbaut.
Es zeigt den Großen Kurfürsten in der Tracht eines römischen Imperators auf einem Postament, an dem Allegorien und Schlachtenreliefs angebracht sind.