Uniformen & Waffen des brandenburgischen Heeres 1675

Der Kurfürst Friedrich Wilhelm (*1620, + 1688) rief nach dem dreißigjährigen Krieg ein stetig wachsendes, stehendes Heer ins Leben.

Im dreißigjährigen Krieg trugen die Söldner noch die Kleidung, die sie eben mitbrachten. Ab 1670 kam in Kur-Brandenburg langsam der Gebrauch von Uniformen im größeren Maßstab auf. Der langschössige Rock glich aber im Schnitt noch dem Bürgerkleid. Zur Farbe gibt ein Musterungsbericht aus dem Jahre 1683 Auskunft. In diesem ist die Rede von licht- als auch dunkelblauen Röcken. Aber auch rote Röcke kamen vor.

Zu den blautuchenen oder ledernen Hosen wurden Strümpfe bis über das Kniegelenk reichend getragen. Dazu wurden Schnallenschuhe getragen. Auf dem Kopf trugen die Männer einen breitkrempigen Filzhut.

An einem breiten Bandelier waren die Patrontasche und das Pulverhorn befestigt.

Als Handwaffen dienten Degen, Musketen und Piken. Letztere nahmen allerdings immer mehr ab.


Degen

Zur Bewaffnung der Infanteristen (zu Fuß kämpfende Soldaten) gehörte ein Stoßdegen mit einer Klingenlänge von etwa 85 cm.

Musketen

Die damaligen Luntenschlossmusketen sind sogenannte Vorderlader, d.h. die Kugel wurde von der Laufmündung also von vorn eingebracht. Die im Lauf steckende Ladung wurde von außen durch ein Luntenschloß gezündet. Dabei wurde durch das Betätigen des Abzughebels das im Hahn eingeklemmte glühende Luntenende auf die Pfanne mit dem Zündpulver gebracht. Um schußbereit zu sein, brauchte man also ständig eine brennende Lunte.

Pike

Die Pike (Spieß) war eine ca. 3m lange, effektive Stichwaffe gegen die Kavallerie (Soldaten zu Pferd). Die Pikeniere waren den Musketenschützen beigeordnet, sie sollten diese während des Ladens und im Nahkampf decken.



Quellen:

Knötel / Sieg: Farbiges Handbuch der Uniformkunde; Band 1;

www.erstes-garderegiment.de/Geschichte/Geschichte2.htm

www.preussenweb.de/waffen.htm

wikipedia.org/wiki/Preußische_Armee